Scandlines nimmt neuen Landstromanschluss in Puttgarden in Betrieb
Scandlines hat einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem emissionsarmen Fährverkehr erreicht. Im Hafen von Puttgarden ist der neue Landstromanschluss jetzt betriebsbereit. Damit können die Fähren der Reederei künftig sowohl in Puttgarden als auch im dänischen Rødby mit Strom geladen werden.
Vor allem die neue Batteriefähre „The Baltic Whale“ profitiert von der neuen Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig schafft Scandlines die Voraussetzungen, künftig auch weitere Fähren auf der Strecke elektrisch zu laden.
11 Kilometer neue Stromleitungen bis zum Hafen
Bis der neue Landstromanschluss genutzt werden konnte, waren umfangreiche Bauarbeiten notwendig. Insgesamt wurden rund 11 Kilometer Stromkabel vom Umspannwerk in Burg bis zum Fährhafen Puttgarden verlegt. Dadurch steht im Hafen nun eine Anschlussleistung von 15 Megawatt zur Verfügung.
Nach Abschluss aller Arbeiten wurde der neue Ladeturm erfolgreich getestet und ist jetzt bereit für den Regelbetrieb.

Die Scandlines Elektrofähre The Baltic Whale am Landstromanschluss in Puttgarden
Jetzt Laden auf beiden Seiten des Fehmarnbelts
Bereits seit März steht im dänischen Hafen Rødby ein vergleichbarer Landstromanschluss zur Verfügung. Nun können die Fähren auf beiden Seiten des Fehmarnbelts geladen werden.
Dadurch verkürzt sich die Ladezeit auf lediglich 12 bis 15 Minuten je Hafen. Das entspricht nahezu der Zeit, die das Schiff ohnehin während des Hafenaufenthaltes benötigt.
Die neue Infrastruktur ermöglicht einen deutlich effizienteren Betrieb der neuen Frachtfähre „The Baltic Whale“, die ihre Überfahrten im Normalbetrieb vollständig mit Batteriestrom absolvieren kann.
Mehr Abfahrten mit der „The Baltic Whale“
Nach Angaben von Scandlines kann die neue Batteriefähre nun dauerhaft im Zwei-Stunden-Takt eingesetzt werden. Die Überfahrt zwischen Puttgarden und Rødby dauert weiterhin rund 45 Minuten.
Michael Guldmann Petersen, COO von Scandlines, erklärt, dass die Fähre bisher sowohl im Zwei- als auch im Drei-Stunden-Umlauf gefahren sei. Durch die Ladeinfrastruktur auf beiden Seiten könne der Fahrplan nun dauerhaft verdichtet werden.
Vor allem für den Güterverkehr bedeutet das mehr Flexibilität und zusätzliche Kapazitäten.

Die Scandlines Elektrofähre The Baltic Whale kurz vor dem Anlegen in Puttgarden mit geöffneter Bugklappe.
Auch die Passagierfähren werden umgerüstet
Die neue Ladeanlage ist nicht ausschließlich für die „The Baltic Whale“ vorgesehen. Scandlines möchte künftig auch die vier Passagierfähren auf der Strecke Puttgarden–Rødby mit Landstrom versorgen.
Bereits in diesem Jahr sollen zwei der Fähren zu modernen Plug-in-Hybridfähren umgebaut werden.
Nach Abschluss der Umbauten erwartet Scandlines, dass rund 80 Prozent des Energiebedarfs dieser Schiffe künftig über Landstrom gedeckt werden können. Das reduziert den Kraftstoffverbrauch deutlich und senkt gleichzeitig die CO₂-Emissionen.
Große Investitionen in eine nachhaltige Zukunft
Seit 2013 hat Scandlines rund 430 Millionen Euro in neue Technologien investiert. Dazu gehören unter anderem:
- die neue Batteriefähre „The Baltic Whale“
- die Umrüstung bestehender Fähren auf Hybridantrieb
- Rotorsegel zur Kraftstoffeinsparung auf der Route Rostock-Gedser
- energieeffiziente Propeller
- Landstromanlagen in Puttgarden und Rødby
Die Investitionen in den Landstromanschluss in Puttgarden wurden teilweise von der Europäischen Union über das Förderprogramm Connecting Europe Facility (CEF) mitfinanziert.
Scandlines treibt die Elektrifizierung weiter voran
Mit dem neuen Landstromanschluss schafft Scandlines eine wichtige Grundlage für den weiteren Umbau seiner Flotte. Die Kombination aus Batteriefähren, Plug-in-Hybridschiffen und moderner Ladeinfrastruktur bringt die Reederei ihrem Ziel näher, den Fährverkehr auf dem Fehmarnbelt Schritt für Schritt ohne direkte Emissionen zu betreiben.
